Naturfotografie
Joachim Sieg

Zoofotografie

Unter professionellen Fotografen ist die Zoofotografie häufig verpönt. Aber die Zahl derer, die sich Exkursionen mit fachkundiger Führung an entlegene Orte der Welt leisten können, ist begrenzt. Was der Mensch Natur und Umwelt auf solchen Ausflügen antut, steht auf einem anderen Blatt.

Sibirischer oder AmurtigerAmur- oder Sibirischer Tiger

Gute Aufnahmen sind nicht eine Frage des Geldes oder des Ortes. Professionelle Supertele-Objektive im hohen 4-stelligen Eurobereich garantieren keine Topbilder und sind für den Hobbyfotografen in der Regel nicht bezahlbar.

Bei meinen Besuchen im Zoo bemerke ich, dass die Anzahl der Hobbyfotografen die sich dem Thema Zoo widmet, ständig wächst. Abgesehen von den permanent vorhandenen Handyfotografen, ist die Ausstattung der meisten Kollegen professionell zu nennen. Fotorucksack, Spiegelreflex-Kamera, Teleobjektiv und Stativ, gehören dazu.

Anfangen bedeutet in der Regel Üben und für die Praxis mit dem eigenen Fotogerät bietet sich der Zoo in idealer Weise an. Zoologische Gärten gibt es überall, in Nordrhein-Westfalen finden Sie zahlreiche Anlagen mit guter Verkehrsanbindung. Bei häufigem Besuch bietet sich eine Dauerkarte an.

SeelöweKalifornischer Seelöwe

Sei es auf Vorder- und Hintergrund zu achten, die Wahl der richtigen Blende und der passenden Zeit oder die komplexen Einstellungen des Autofokus zu treffen, Übung macht den Meister. Gerade bei der Zoofotografie von Tieren in Bewegung, sind gute Voreinstellungen die Basis für schnelle Reaktion und damit gute Aufnahmen.

Es gibt ausreichend Literatur die sich mit dem Thema Zoofotografie beschäftigt, hier kann man zum Anfang zahlreiche Hinweise bekommen.

Es gibt Zeiten die Sie bei der Zoofotografie beachten sollten. Dazu gehören die Wochenenden und die Schulferien, hier bevölkern Heerscharen von Kindern den Zoo und die Tiere verziehen sich an einen ruhigen Platz. Das gleiche gilt für die Mittagszeit in der warmen Jahreszeit, die Tiere suchen sich ein schattiges Plätzchen und sind oft nicht zu sehen. Die frühen Morgen- und die späten Abendstunden bieten sich eher für Aufnahmen an, in dieser Zeit sind auch interessante Lichtstimmungen einzufangen.

In Galerien stelle ich beispielhaft Zoologische Gärten vor:

Nehmen Sie sich nicht vor den kompletten Zoo an einem Tag abzulichten, der erste Besuch dient nur zur Orientierung. Die für Sie interessanten Arten werden beim zweiten Mal kontaktiert, jetzt können Sie mehr Zeit aufwenden und optimale Positionen suchen. Geduld ist die wesentliche Voraussetzung für gute Aufnahmen, denn in der Regel machen die Tiere nicht das wir uns wünschen. Haben Sie Ihre Favoriten abgelichtet und sind irgendwann ratlos wie es jetzt weiter geht, setzen Sie sich ein Thema. 

Als Themen-Beispiel zeige ich Ihnen hier einmal zwei Galerien zu den Themen

Augen“ und „Ohren

Tieraugen 

sind immer wieder faszinierend, deshalb hier eine Galerie mit verschiedenen Tierarten und dem Blick auf bzw. in das Auge. 

Abgesehen von der Schönheit (Form, Farbe und Ausdruck), sind natürlich auch die Sehfähigkeiten der Tiere faszinierend. Grundsätzlich ist es so, je größer das Auge, je größer das Sehvermögen, Beispiele hierfür, die Giraffe und der Pottwal. 

Im wesentlichen aber hat sich die Sehfähigkeit der Tiere durch die Evolution an den Lebensraum angepasst. Tiere die in der Nacht jagen, sind auch bei Dunkelheit noch in der Lage ihre Beute gut zu erkennen (hier vor allem Raubkatzen). Dafür lässt bei Dunkelheit dann das Farbsehvermögen nach, Beispiel der Wolf.  Tiere wie der Adler, der Geier oder aber auch die Eule, müssen aus großen Entfernungen ihre Beute erkennen, deshalb haben sie eine Art Vergrößerungsfunktion im Auge. Durch die Seitliche Anordnung der Augen (Adler), ist der Blickwinkel größer als bei frontaler Anordnung, (Eule, Uhu). Bei vielen Vogelarten gibt es eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit des Augapfels. Als Ausgleich können solche Tiere ihren Hals in einem deutlich größeren Winkel bewegen, bestes Beispiel, der Uhu.  Affen haben ein ähnliches Sehvermögen wie wir Menschen, bis hin zum Nachlassen der Sehfähigkeit bei zunehmendem Alter.       

Das soll reichen, mehr Informationen zu einzelnen Arten gibt es wie immer im Web. Ich wünsche viel Spaß beim Betrachten der Aufnahmen.


Tierohren

Je nach Lebensraum und Art, hat die Evolution beim Hören, genauso wie beim Sehen, für entsprechende Spezialisierung gesorgt. 

Sicher ist jedem schon einmal aufgefallen, dass die Hörmuscheln bei den Lebewesen ganz unterschiedlich ausgeprägt sind, eventuell auch gänzlich fehlen, wie bei Vögeln, Fischen oder Schlangen. Trotzdem hören alle Arten! Das Gehör oder besser die Hörfähigkeit, ist jedoch unterschiedlich ausgeprägt. Zum einen ist der wahrnehmbare Frequenzumfang unterschiedlich, zum anderen benutzen z. Bsp. Fledermäuse zusätzlich Ultraschall und Elefanten Infraschall, Frequenzen, die der Mensch nicht wahrnehmen kann. 

Andere Wahrnehmungen unterstützen die Verständigung untereinander, wie der Geruch, das Betasten oder die Mimik. Wer einen Hund besitzt kann das sicher gut nachvollziehen.  

Im Gegensatz zu uns Menschen können die meisten Säugetiere ihre Ohrmuscheln drehen und somit den Schall perfekt einfangen. Vielfach ist auch tatsächlich die Größe der Ohrmuscheln (im Vergleich zur Körpergröße), mit verantwortlich für die gute Hörfähigkeit. Wir denken an unseren Feldhasen oder an die Fledermaus.  Andere Fluchttiere wie z. Bsp. Pferde, Rehe, Hirsche oder Zebras, Giraffen und Okapi, haben ebenfalls einen ausgeprägten Gehörsinn und relativ große Ohrmuscheln. 

Meine Galerie zeigt einige Tierarten mit Fokus auf die sichtbaren oder unsichtbaren Hörmuscheln.