Naturfotografie
Joachim Sieg

Wildparkfotografie

Europäischer Wolf

Ein Wildpark bietet sich für die Fotografie heimischer Wildtierarten an, oft ist es die einzige Möglichkeit bestimmte Arten aus der Nähe zu fotografieren. Nehmen wir als Beispiel den Wolf, es gelingt Ihnen in NRW nicht, dieses Tier in der freien Natur abzulichten. Im Zoo sind die verfügbaren Flächen für eine artgerechte Haltung zu klein, der Wolf braucht seinen Auslauf. In Freiheit legt ein Wolf am Tag ungefähr 40 Kilometer zurück. In Bezug auf die Flächen gilt gleiches für das Rotwild, Damwild, Wisente oder Auerochsen. 

Luchs, Rotfuchs, Iltis oder heimische Eulenarten sehen Sie in der Natur häufig nur für wenige Sekunden. Ist die Kamera nachgeführt und bereit zur Aufnahme, ist das Tier verschwunden. Aus dem Versteck, dem Ansitz oder der Beobachtungshütte heraus, haben Sie hier bessere Chancen. Wenn Sie aber ungern stundenlang im Versteck sitzen möchten und dann am Abend kein brauchbares Foto vorweisen können, werden Sie die Wildparkfotografie schätzen lernen.

Im Wildgehege gibt es festgelegte Zeiten für Fütterungen, bereits kurz vorher finden sich die Tiere ein und umkreisen den Futterplatz. Führungen werden ebenfalls angeboten, hier lernen Sie etwas über die Haltung der Tierarten und oft schafft es der Führer Kontakt zu den Tieren herzustellen. 

Rothirsch in der Brunft

Nirgendwo können Sie die Brunft der Rothirsche besser beobachten als im Wildpark. Von Mitte September bis Mitte Oktober werden Sie nicht ohne attraktives Foto nach Hause kommen. Zeiten die nicht so stark von Besuchern kontaktiert werden, sind die idealen Zeiten für die Wildparkfotografie. Lichtstimmungen fangen Sie in den frühen Morgen- oder Abendstunden ein.

Vergessen Sie nicht die Falknerei und den Vogelpark, hier können Sie seltene Vogelarten und heimische Raubvögel aus der Nähe betrachten. In der Falknerei werden je nach Jahreszeit Flugschauen angeboten, hier fotografieren Sie Vögel im freien Flug. Die richtige Ausstattung, lichtstarkes mittleres Zoomobjektiv und eine Kamera mit hoher Seriengeschwindigkeit, sind für den Erfolg unabdingbar.

Ohne das Mitziehen der Kamera beim Vorbeiflug in kurzer Distanz, werden Sie keine scharfen Fotos bekommen. Hier ist am Anfang wieder Üben gefragt, vorbeifahrende Autos sind ein gutes Übungsobjekt. Frontal auf einen zufliegende Vögel sind einfacher abzulichten, kurze Belichtungszeiten ein Muss. Hier unten sehen Sie einen Uhu kurz vor der Landung. Die Geschwindigkeit ist bereits deutlich reduziert, die Flügel in voller Pracht entfaltet und das Gegenlicht leuchtet das Ganze perfekt aus.

Kaukasische Eule


Das Internet bietet zahlreiche Möglichkeiten in der Nähe des eigenen Wohnortes Wildgehege zu suchen und fündig zu werden, beispielhaft stelle ich hier den Wildpark-Grafenberg und die Falknerei Bergisch Land vor. Den Wildpark Grafenberg gibt es hier auch in einer Version aus diesem Jahr: Wildpark-Grafenberg II

Unter FBL II findet sich eine aktuelle Galerie aus der Falknerei Bergisch Land aus dem Monat Juni 2019.

Im Juli habe ich eine Galerie zum Wildpark/Greivogelstation Hellenthal ergänzt.